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Sind Katzenhalter emotional instabil?

Katzen sind gut für die Seele – oder? Eine norwegische Studie untersuchte ältere Halter von Katzen und Hunden und solche, die ohne Vierbeiner leben. Das erschreckende Ergebnis: Katzenhalter leben am ungesündesten und haben eine höhere Neigung zu Depressionen…

Das Team um Ingela Enmarkera von der Faculty of Health Sciences, Nord-Trøndelag University College, Norwegen, untersuchte 12.093 ältere Menschen zwischen 65 und 101 Jahren. Davon waren 1083 Testteilnehmer Katzenhalter, 814 lebten mit Hunden. Die Teilnehmer schätzten den Grad ihrer Depression selber ein, die Forscher konkretisierten die Selbsteinschätzung nach der HADS-Skala (Hospital Anxiety and Depression Scale).

Besonders interessant ist hier, dass Katzenhalter höhere Depressionswerte zeigten als Hundehalter oder ältere Menschen ohne Tiere. Frauen scheinen unter extremeren Symptomen zu leiden als Männer. Dabei zeigten 65,1 Prozent der emotional instabilen Katzenhalterinnen auch einen schlechten Gesundheitszustand.

Die Resultate widersprechen zahlreichen Studien, die gezeigt haben, dass Katzen gut für die psychische Gesundheit sind. Die Forscher erklären sich die Ergebnisse aber mit den Persönlichkeitsprofilen von Katzen- und Hundemenschen. So zeigte eine Studie von 2005, dass Hundehalter extrovertierter seien als Katzenfreunde, die wiederum Anlagen zu Neurosen zeigen würden. Dagegen spricht, dass eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 1991 (Johnson, S.B. and Rule, W.R. (1991) Personality characteristics and self-esteem in pet owners and non-owners. International Journal of Psychology, 26, 241-252) keinerlei Unterschiede zwischen Katzen- und Hundehaltern zeigte.

Hinzuzufügen ist auch, dass es sich bei der norwegischen Studie um eine Untersuchung an Hand einer Gruppe älterer Menschen handelte. Egal, wie groß die Testgruppe ist: Die Haltung eines Hunde erfordert eine große physische Aktivität – eher inaktive oder vielleicht sogar gebrechliche Menschen neigen darum eher zur Haltung einer Katze als der eines Hundes… Es ist also vielleicht so, dass Menschen, die von Natur aus zu Depressionen neigen, sich eher für eine Katze entscheiden als für einen pflegeintensiveren Hund. Katzenhalter aus allen Ländern sind sich nämlich einig: Katzenhaltung an sich ist alles andere als ungesund und Fellnasen sind eindeutig gut für die Seele.

Quellen:
Depression in older cat and dog owners: the Nord-Trøndelag Health Study (HUNT)-3.

Personalities and health in older cat and dog owners: A HUNT-study

Zum Weiterlesen:
Berliner Zeitung: Katzenhalter sind schlauer als Hundebesitzer

Tiere können soziale Interaktionen autistischer Kinder fördern